Birkenstrasse Berlin

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Bei dem Anwesen handelt es sich um ein komplettunter-
kellertes Mietshaus das ursprünglich um 1874 von
der „Baugesellschaft am Kleinen Thiergarten“, als
repräsentatives Eckhaus errichtet wurde.

 

 

Denkmalbeschreibung

Der Entwurf stammt vermutlich von Johannes Otzen. Ursprünglich wurde das Haus als ein fünfgeschossiges reines Mietshaus, Untergeschoß (Wohnen!), Hochparterre und 3 Obergeschosse, mit beidseitigem Mansarddach ausgeführt.
Das Anwesen war im Laufe der Zeiten stärkeren Veränderungen unterworfen. Die erste erfolgte kaum 20 Jahre nach der ersten Fertigstellung: Im Jahre 1891 wurde das komplette Haus um ein Stockwerk aufgestockt.
Hierzu wurde ein komplett neuer Dachstuhl aufgebaut, wobei die Strassenfassade einen geänderten Steildachbereich mit Mansardfenstern erhielt, die Hofseite wurde als Flachdach ausgeführt. Der Turmaufbau mit Haube blieb allerdings gleich.
Zu späteren Zeiten wurde dann die strassenseitige Erdgeschoßzone, die ursprünglich wohl komplett als Hochparterre ausgeführt war, zwischen den beiden Hauseingängen, abschnittsweise tiefergelegt, um den Einbau von Läden, u. a. ein Gemüseladen und eine Reinigung, im EG und UG zu ermöglichen. Nach 1960 wurde dann dieser Bereich zu einer Gaststätte im EG zusammengelegt. Die seitlichen Kellerwohnungen dürften, zumindest in Teilbereichen, bis etwa 1950 in Gebrauch gewesen sein. Später wurde der Keller z. Teil von der Gaststätte als Lager, z. Teil als Mieterkeller und z. Teil gar nicht, bzw. als Mülllager genutzt. Im Turmbereich fanden sich bei Beginn der Sanierung noch die Reste der ehemaligen Reinigung im Keller. Der Bereich des Innenhofes war ebenfalls komplett unterkellert. Dieser musste jedoch aufgrund starker Schäden an der Substanz abgerissen und verfüllt werden. Im ehemals vollständig versiegelten Hof befindet sich eine etwa 20 m² grosse Remise, in Fachwerkbauweise errichtet. Diese war ursprünglich die Toilettenanlage des Anwesens, und wurde später zu verschiedenen anderen Bestimmungen, wie Pferdestall oder Abstellraum, genutzt.
Diese Remise musste durch den Abriss des Hofkellers ebenfalls demontiert werden. Sie wurde unter Verwendung noch intakter Bauelemente wieder aufgebaut, allerdings aus Brandschutzgründen ohne Ausfachung und Bedachung.
Auf Grund der Grundstücksgrösse wurde die Bebauung jeweils nur als Vorderhaus, zuzüglich der kleinen Remise, ausgeführt. Das Anwesen steht als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz.